Geteiltes Miniatur-Vorschaubild bei Facebook als Grund einer Abmahnung

Der Fall einer Abmahnung wegen Vorschaubilder ist bisher einzigartig. Im vergangenen Jahr wurden zahlreiche Blogger wegen der Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Bildern abgemahnt, doch jetzt wird erstmals ein Seitenbetreiber bei Facebook zur Kasse gebeten. Er hatte auf seiner Facebookseite einen Link geteilt, in dem das Bild einer Fotografin als Vorschau zu sehen war.

Die Anwaltskanzlei Weiß und Partner aus Esslingen schreibt auf ihrer Seite: „Erstmals geht uns eine urheberrechtliche Abmahnung zu, in der einem Facebook-Nutzer vorgeworfen wird, durch die Funktion ‚Link teilen‘ Urheberrechte in Bezug auf das bei Facebook angezeigte Miniaturbild zu verletzen.“ Eine Berliner Kanzlei habe demnach den Seitenbetreiber bei Facebook abgemahnt und fordern nun „die sofortige Entfernung des Bildes, die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung sowie Schadensersatz und die Abmahn-Kosten“. Insgesamt soll der Seitenbetreiber rund 1.800 Euro zahlen. Die Kanzlei Weiß und Partner räumt ein, dass ihr Mandant gegen das Urheberrecht verstoßen haben könnte. Nur die Höhe der Schadensersatzforderung zweifeln sie an. Gleichzeitig weisen die Kollegen darauf hin, dass solche Abmahnungen vermieden werden könnten, wenn Facebook-Nutzer die Miniaturbilder aus der Vorschau entfernten.

 


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04. Januar 2013 von Herwig Troischt
Kategorien: Abmahnung | Schlagwörter: , , | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Das zeigt mal wieder deutlich den Abmahnwahnsinn hier in Deutschland. Leider sind die Gerichte auch nicht unschuldig an der Situation.

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